Gutachterliche Stellungnahmen,
Klassifizierungen bzw. Bewertungen von
Gewässern, Planungen im Rahmen von Umwelt- und
Naturschutz oder Studien zur
Umweltverträglichkeit von Abwässern oder
Chemikalien stellen den überwiegenden Teil der
Tätigkeit des Unternehmens dar. In vielen
Bereichen, in denen Ökologie, Gewässerbiologie,
Hygiene oder Umweltverträglichkeit eine Rolle
spielt, können wir mit unserem Fachwissen
helfen, Fragen zu beantworten und Probleme zu
lösen.
Von der Probenahme über die Analytik bis zur
Auswertung (u.a. ArcView, Datenbanken) verfügen
wir im eigenen Hause über wesentlichen
Grundlagen für die Bearbeitung komplexer
Aufgabenstellungen.
Ein Blick auf unsere Referenzliste macht das
breite Spektrum der Einsatzgebiete deutlich. Folgende
Begriffe charakterisieren wichtige Schwerpunkte
unserer Arbeit, wobei noch nicht alle Begriffe
mit detaillierteren Angaben (Links) hinterlegt
sind:
- Gewässerbewertung
nach EU Wasserrahmenrichtlinie und andere
leitbildbezogene Bewertungsverfahren
- Bewirtschaftungs
bzw. Managementpläne (EU-WRRL,
Teilleistungen zu FFH-Plänen)
- Klassifizierung
von Fließ- und Standgewässern (z.B.
nach LAWA, ATV-DVWK u.a.)
- Strukturgütekartierung
von Fließgewässern mit
Schlussfolgerungen und Maßnahmeplanung
- Stoffbilanzen,
Trophieprognosen, Modellierung (Seen,
Talsperren, Einzugsgebiete)
- Monitorings
und Beschaffenheitsprognosen für
Bergbau-Restseen
- Bewertung
und Maßnahmeempfehlungen bei Problemen
mit Badegewässern (Eutrophierung,
Blaualgen, Makrophyten, Hygiene)
- Umweltverträglichkeitsuntersuchungen
zu Maßnahmen in der Umwelt oder zu
Produkten (UVU, Wassergefährdungsklasse)
- Naturschutzfachlich
/ ökologische Studien zur Gefährdung
von Wasserorganismen (Arten- und
Biotopschutz), Teilleistungen zu Pflege-
und Entwicklungsplänen
- Fischökologische
und Fischereiwirtschaftliche
Untersuchungen (Fischbestandserfassungen,
Teichbonitierung, naturschutzfachlich
orientierte Konfliktanalysen)
- Mikrobiologische
Beurteilung von Arbeitsplätzen oder
technischen Einrichtungen (z.B.
Klimaanlagen, Warmwasseranlagen,
Wirlpools o.ä.)
- Bewertung von
Schadensfällen, Havarien oder
Umweltdelikten (Fischsterben,
Wasserverunreinigungen, Schimmelbefall)

Bewertung nach
EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
Seit Dezember 2000 ist die
EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Kraft
getreten. In ihr wird ein guter ökologischer
Zustand für die natürlichen Gewässer
gefordert. Wesentliche Neuerungen bedeuten die
Betrachtung von Flusseinzugsgebieten (statt
Ländergrenzen) und die Aufstellung von
Bewirtschaftungsplänen. Zur Umsetzung der WRRL
wurden von CIS (Common Implementation Process)
Arbeitsgruppen und der Länderarbeitsgemeinschaft
Wasser (LAWA) mehrere Guidance-Dokumente
(Arbeitshilfen) erstellt, die laufend
aktualisiert werden.
Die IDUS GmbH ist mit der Anwendung der
LAWA-Arbeitshilfe sowie verschiedener
CIS-Guidance-Dokumente vertraut. Die
Arbeitsschwerpunkte der IDUS GmbH im Rahmen der
Umsetzung der EG-WRRL sind insbesondere:
- Abgrenzung von Wasserkörpern
- Einstufung von Wasserkörpern als
erheblich verändert
- Teilleistungen zu Bewirtschaftungsplänen
(Beschreibung der Wasserkörper,
Ermittlung der Belastung, Aufstellung von
Maßnahmeplänen)
- Ermittlung / Kartierung von
Referenzzuständen (Leitbild,
Entwicklungsziel)
- Monitoring (Analyse und Bewertung) der in
der WRRL genannten biologischen
Qualitätskomponenten (Fischbestand,
Makrozoobenthos, Makrophyten,
Phytobenthos und Phytoplankton), der
physikalisch-chemischen
Qualitätskomponenten und der
hydromorphologischen Gewässerstruktur
Praktische Erfahrungen zu diesem Problemkreis
konnten wir bereits an Gewässern wie der Neiße,
der Pleiße und der Weißen Elster sowie an
kleineren Gewässern im Dresdner Raum (Rote
Weißeritz, Lockwitzbach) sammeln.

Badewasser /
Badegewässer
Probleme mit Badegewässern lassen sich
meistens auf externe Belastungsfaktoren und
ökologische Wechselwirkungen zurückführen.
Hohe Nährstoffbelastungen, Abwassereinfluss oder
Übernutzung führen zur Überschreitung der
hygienischen Grenzwerte (Sächsische
Badegewässerverordnung), zu
Algenmassenentwicklungen (insbesondere Blaualgen)
oder zur übermäßigen Entwicklung von höheren
Unterwasserpflanzen (Makrophyten). Die
Badenutzung wird dadurch beeinträchtigt oder gar
unmöglich, was für viele Erholungsgebiete ein
ernst zu nehmendes Problem darstellt.
Häufig werden von dubiosen Firmen
vermeintlich preiswerte und schnell wirkende
Mittel oder Maßnahmen empfohlen, die sich nur zu
oft als Abzocke oder zumindest fachlich
inkompetente und somit letztendlich teure
Aktionen erweisen. Der Erfolgsdruck, dem die
Verantwortlichen von Gemeinden und
Zweckverbänden unterliegen, Sparzwänge und das
in der Regel fehlende ökologische
Hintergrundwissen verschafft derartigen
"Gewässersanierern" ein reiches
Betätigungsfeld.
Grundsätzlich sollte jeder
Sanierungsmaßnahme eine solide Untersuchung der
Ursachen und deren Wirkungsmechanismen
vorausgehen. Nur so kann vermieden werden, dass
Maßnahmen völlig wirkungslos bleiben oder
"der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben
wird". Häufig ist der Phosphor, als
wichtiger Nährstoff, die Hauptursache für eine
hohe Trophie, Algen- oder Pflanzenentwicklung und
damit verbundene Begleiterscheinungen wie
hygienische Probleme, Badedermatitis
(Zerkarienbefall) oder ästhetische Effekte (z.B.
Schaum- oder Geruchsentwicklung).
Wir sind in der Lage, die Probleme auf
wissenschaftlicher Grundlage zu analysieren,
Gegenmaßnahmen vorzuschlagen, zu planen und
gemeinsam mit Partnerunternehmen auch umzusetzen.

Monitoring und
Beschaffenheitsprognosen für Bergbau-Restseen
Durch den Braunkohlentagebau sind vor allem im
Lausitzer und Mitteldeutschen Raum sowie im
Ruhrgebiet zahlreiche Restlöcher entstanden, die
sich nach Abschluss der Kohleförderung und
Einstellung der Wasserhaltung (künstliche
Absenkung des Grundwasserspiegels) wieder mit
Grundwasser füllen oder geflutet werden. Die
hier entstehenden Gewässer und deren Umfeld
werden von der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche
Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH) saniert und
damit einer späteren Nutzung zugänglich
gemacht. Die entstehenden Seen
unterschiedlichster Größe und Form weisen zum
Teil eine extreme Wasserbeschaffenheit auf. Hohe
Salzgehalte, vor allem aber niedrige pH-Werte
können eine spätere Nutzung (Badenutzung,
Segeln / Surfen, Naturschutz, Fischerei u.a.)
gefährden. Deshalb werden diese Gewässer im
Rahmen eines Monitorings überwacht. Dabei werden
Entwicklungstendenzen festgestellt, die eine
rechtzeitige Beeinflussung der
Wasserbeschffenheit durch ökologische oder
technische Maßnahmen ermöglichen.
Viele der entstehenden Gewässer sind bereits
Gegenstend individueller Studien,
Entwicklungsprognosen und Sanierungsmaßnahmen.
Die IDUS GmbH untersucht seit vielen Jahren
Tagebaurestseen vom Beginn der Flutung
(Entwicklungsprognose, flutungsbegleitende
Untersuchungen, Erarbeitung von
Sanierungskonzepten) bis zum Monitoring nach
Flutungsabschluss. Die Untersuchungsprogramme
sind jeweils abgestimmt auf den Gewässertyp und
die Gewässernutzung (Badenutzung, Naturschutz,
Fischerei, Sonstiges). Gewässer, für die wir
komplexe Studien erarbeitet haben, sind zum
Beispiel: Cospudener See, Kulkwitzer See,
Olbersdorfer See, Berzdorfer See und viele andere
mehr.

Gewässerstrukturgüte
Die Gewässerstruktur beschreibt die
morphologische Ausprägung von Gewässer, Ufer
und Auenbereich. Es werden dabei auch
Störstellen, Verbau, Vegetation und Biotoptypen
erfasst und bewertet. Die Gewässerstruktur hat
wesentlichen Einfluss auf Artenvielfalt im
Gewässer, auf die Selbstreinigungskraft und das
Vorhandensein von Rückzugsgebieten (für Fische
und weitere Gewässerlebewesen) bei
Extremereignissen wie Hochwasser und
Niedrigwasser. Eine große, naturnahe
Strukturvielfalt ist insbesondere eine wichtige
Grundlage für den natürlichen Erhalt eines
gewässerspezifischen Fischbestandes.
Die Kartierung der Gewässerstrukturgüte
erfolgt gemäß LAWA (2000) für kleine und
mittelgroße Fließgewässer, nach LAWA
Übersichtsverfahren (1999) für große Gewässer
bzw. je nach Aufgabenstellung nach erweiterten,
abgewandelten Kartierprotokollen. Eine erweiterte
Variante der Strukturgütekartierung mit exakter
Erfassung von Störstellen ist z.B. eine gute
Grundlage für Pflege- und Entwicklungspläne,
deren Maßnahmekatalog auf eine Verminderung der
Störstellen abzielt. Bei der
Strukturgütekartierung werden durch die
Erfassung der Umfeldnutzung auch diffuse
Stoffeintragspfade erkannt. Aus diffusen Quellen
(insbesondere aus Ackerland und
Entwässerungsanlagen) eingetragene Feinsedimente
und Nährstoffe sind mittlerweile vielerorts die
dominante Belastungsquelle für Fließgewässer.
Methoden:
LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, Hrsg.)
(2000): Gewässerstrukturgütekartierung in der
Bundesrepublik Deutschland - Verfahren für
kleine und mittelgroße Fließgewässer. Berlin:
Kulturbuchverlag;
LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, Hrsg.)
(1999): Gewässerstrukturgütekartierung
Bundesrepublik Deutschland: Übersichtsverfahren.
Entwurf des LAWA-AK
"Gewässerstrukturgütekarte Bundesrepublik
Deutschland" vom 26.01.1999.

Mindestabflussproblematik
Das Problem der Festsetzung von
Mindestabflüssen tritt überall dort auf, wo
Wasser für eine bestimmte Strecke oder dauerhaft
aus dem Gewässer ausgeleitet wird und somit eine
Ausleitungsstrecke mit vermindertem Abfluss
entsteht. Ausleitung von relevanten Wassermengen
findet zum Beispiel statt bei der
Brauchwasserentnahme (z.B. Kühlwasser bei
Kraftwerken), bei der Wasserkraftnutzung
(Ausleitung von Wasser in Turbinengraben),
Wasserversorgung von Teichen im Nebenanschluss,
Ableitung von Wasser zur Flutung von
Tagebaurestlöchern, Ausleitung von Wasser in
Mühlgräben etc. Der festgesetzte Mindestabfluss
soll das dauerhafte Überleben einer
gewässertypenspezifischen Biozönose sichern.
Der ökologisch begründete Mindestabfluss in
einer Ausleitungsstrecke kann z.B. nach LAWA
(2001) ermittelt werden. Dabei werden die
hydrologischen Gegebenheiten vor Ort sowie die
ökologischen Ansprüche der Gewässerorganismen
(insbesondere der Fische) des jeweiligen
Gewässertyps berücksichtigt. Neben diesem
Verfahren nach LAWA (2001) existieren viele
weitere Vorschläge, auf welcher Grundlage
Mindestabflüsse ermittelt werden können. Die
IDUS GmbH hat bereits mehrere Verfahren
angewendet, abhängig von den jeweiligen
speziellen Bedingungen des
Untersuchungsgewässers. Entsprechend sind
langjährige Erfahrungen und zahlreiche
Referenzprojekte an unterschiedlichsten Typen von
Gewässern und Ausleitungsstrecken vorhanden.
Methoden:
LAWA (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser, Hrsg.)
(2001): Empfehlungen zur Ermittlung von
Mindestabflüssen in Ausleitungsstrecken von
Wasserkraftanlagen und zur Festsetzung im
wasserrechtlichen Vollzug. Berlin:
Kulturbuchverlag.

Klassifizierung
/ Bewertung von Gewässern
Klassifizierungen bzw. vergleichbare
Bewertungen von Gewässern erfolgen zumeist nach
anerkannten Richtlinien (LAWA, ATV-DVWK, DIN,
AGA, EU-Richtlinien), die das Vorgehen bei der
Datenerhebung und den Bewertungsalgorithmus
detailliert vorschreiben. Die Wasser- bzw.
Gewässerbeschaffenheit wird dabei sowohl auf der
Basis verschiedneer chemischer Parameter aber
auch auf der Grundlage biologischer
Untersuchungen bestimmt. bekanntestes Beispiel
hierfür ist die Erstellung der
Gewässergütekarte auf der Basis
saprobiologischer Untersuchungen am Makrozoobenthos.
Gemäß EU Wasserrahmenrichtlinie werden diese
biologischen Untersuchungen künftig auf weitere
ökologische Organismengruppen ausgeweitet (Makrophyten, Phytobenthos), um einen
weitgehend gesamtökologischen Überblick über
die Beschaffenheit der Gewässer zu erhalten.
Bei stehenden Gewässern erfolgt eine
Bewertung zumeist hinsichtlich der Trophie
(Ausmaß der Primärproduktion) und damit nach
dem Umfang der Algenentwicklung (Phytoplankton) und den
damit zusammenhängenden Begleiterscheinungen
(z.B. Chlorophyllkonzentration, Sichttiefe,
Sauerstoffkonzentration). Derartige
Klassifizierungen sind bei Talsperren Routine und
werden auch bei den oben erwähnten
Bergbaurestseen durchgeführt.
Die IDUS GmbH ist in der Lage, sämtliche
trophierelevanten Kriterien zu untersuchen und zu
bewerten.

Stoffbilanzen,
Trophieprognosen, Modellierung
Die Erstellung von Stoffbilanzen und die
Prognose der Beschaffenheitsentwicklung von
Gewässern geht deutlich über die Klassifizierung
hinaus, die ja nur den Ist-Zustand des Gewässers
beschreibt. Eine gründliche Recherche der
Rahmenbedingungen (Morphologie, Hydrologie,
Meteorologie u.a.) sowie sorgfältige
Untersuchungen der Stoffströme sind
Voraussetzung für zuverlässige Bilanzen und
Prognosen. In einigen Fällen können Modelle die
Prognosen unterstützen bzw. helfen, die
Vollständigkeit von Bilanzen zu überprüfen.
In enger Zusammenarbeit mit der TU Dresden,
Institut für Hydrobiologie, setzen wir das
Modell "SALMO"
zur Simulation der Beschaffenheitsentwicklung von
stehenden oder gering durchströmten Gewässern
ein. Diese Modell ist sehr komplex und spiegelt
die wesentlichen biologischen, chemischen und
physikalischen Wechselwirkungen in einem
Gewässer wieder. Damit ist es ein wertvolles
Werkzeug bei der Planung neuer Gewässer
(Stauseen, Rückhaltebecken) oder bei der
Erfolgsabschätzung von Sanierungsmaßnahmen
(Zwangszirkulation, Nährstoffreduzierung,
Biomanipulation u.a.).
Daneben existieren noch eine Reihe, zum Teil
deutlich einfacherer Modelle, die für viele
fragestellungen durchaus hinreichend genaue
Ergebnisse liefern:
Modell zur Berechnung des
Nährstoffrückhalts in Vorsperren
(Vorsperreneffekt), BENNDORF & PÜTZ (1987)
Vorsperren von Talsperren und Seen
dienen dem Nährstoffrückhalt und vermindern
dadurch eine Eutrophierung im Hauptgewässer.
Für eine optimale Wirkung werden die Vorsperren
in Abhängigkeit von der Abflussdynamik und der
Nährstofffracht des Zulaufs sowie der örtlichen
klimatischen Bedingungen dimensioniert. Durch
Szenarioanalysen kann mit diesem Modell die
optimale Größe der Vorsperre ermittelt werden.
Neben der Dimensionierung ist auch eine auf
Nährstoffrückhalt hin optimierte
Bewirtschaftungsweise von Vorsperren wichtig.

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