| Die fachliche Ausbildung der Mitarbeiter und unsere
technische Ausstattung ermöglicht es uns,
anspruchsvolle Arbeiten im Rahmen von Forschung
und Methodenentwicklung auszuführen. Mit dem
Fachwissen und den praktischen Erfahrungen auf
den Gebieten der Biologie, Limnologie und
Ökologie sind wir in der Lage, viele Phänomene
und Prozesse in der Umwelt zu untersuchen und zu
beurteilen. Damit haben wir uns zu anerkannten
Partnern von wissenschaftlichen Einrichtungen und
Behörden qualifiziert. Eine besondere Eignung
für die Bearbeitung fachübergreifender Projekte
sehen wir in dem breiten Spektrum an
Wissensgebieten, die insbesondere von den
Fachrichtungen Ökologie und Limnologie
umschlossen werden, aber auch durch die
praktischen Erfahrungen, die wir durch die
Laborbereiche Mikrobiologie und Toxikologie
gewonnen haben. Anspruchsvolle Projekte wurden
vor allem im Auftrag der
Landestalsperrenverwaltung Sachsen und des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt und Geologie
durchgeführt.
Stichpukte zum Themenkomplex:

Untersuchungen zum
Nährstoffeintrag in Gewässer
In stehenden und schwach durchflossenen
Gewässern sind anorganische und organische
Nährstoffe in der heutigen Zeit als wichtigste
Ursache für schlechte Wasser- bzw.
Gewässerbeschaffenheit anzusehen. Auch in
Fließgewässern spielen diese Stoffe neben dem
Gewässerverbau eine bedeutende Rolle. Dabei sind
viele dieser Substanzen an sich bereits
unerwünscht, weil sie die Nutzung des Wassers
einschränken (z.B. die Einschränkung der
Trinkwassernutzung durch Nitrat und organische
Stoffe). Oft führt aber erst ihre Funktion als
Nährstoff im Ökosystzem zu den eigentlichen
Problemen. Das wichtigste Beispiel hierfür ist
die Eutrophierung der Gewässer, die ein Resultat
übermäßiger Zufuhr anorganischer Nährstoffe
und des damit verbundenen Pflanzenwachstums
darstellt. Aber auch viele andere unerwünschte
Phänomene in Fließ- und Stillgewässern, wie
Kolmation, Sauerstoffschwund,
Schwefelwasserstoffentwicklung, starke Trübung,
Färbung und Gerüche oder Schaumbildung sind oft
Resultate verstärkter biologischer Aktivität,
die durch übermäßige Nährstoffkonzentrationen
verursacht werden.
Die Quellen für die Nährstoffe aufzuspüren
und deren Bedeutung sicher zu ermitteln ist nicht
immer einfach. So kann zum Beispiel der Phosphor,
als wichtigster Pflanzennährstoff in Seen und
Talsperren, aus unterschiedlichsten und teilweise
schwer quantifizierbaren Quellen stammen. Oft
gelangt die Hauptmenge dieses Nährstoffs über
den Zufluss in das Gewässer. In einigen Fällen
können aber auch die Einträge über die
Atmosphäre (Regen, Staub), die Nutzungen (z.B.
Badenutzung) oder selbst durch die auf dem
Gewässer rastenden Gänse und Enten erheblich
sein. In bereits mehr oder weniger eutophen
Gewässern spielt zudem das Sediment eine
bedeutende Rolle als Nährstoffspeicher, der zu
bestimmten Zeiten bedeutende Mengen an Phosphor
in den Wasserkörper abgibt und damit das
Agenwachstum innerhalb kurzer Zeit vervielfachen
kann (Nährstoffrücklösung).
Eigene Untersuchungen zu diesem Problemkreis
beschäftigten sich zum Beispiel mit der
Bedeutung von versiegelten Flächen (Straßen,
Dächer) für den Nährstoffeintrag in Talsperren
sowie mit dem Einfluss der Sedimente auf die
Trophieentwicklung. Aber auch
einzugsgebietsbezogene Betrachtungen (z.B.
Nährstoffausträge aus Fischteichen) waren schon
Thema entsprechender Projekte. Eine besondere
Bedeutung kam bei den meisten Untersuchungen der
korrekten Ermittlung von Frachten zu. Mittels
automatischer Probenehmer und kontiniuierlicher
Messung wichtiger Wasserparameter (Durchfluss,
pH-Wert, Leitfähigkeit) wurde versucht, den
realen Frachten so nahe wie möglich zu kommen.
Konzentrations-Abfluss-Beziehungen und
abflussspezifische Relationen der
Stoffkomponenten untereinander waren hierfür
erforderlich und mussten ermittelt werden.
Sedimentuntersuchungen
wurden sowohl hinsichtlich der Mächtigkeit und
flächenmäßigen Ausdehnung (Sedimentlot, GPS)
als auch hinsichtlich der Qualität
durchgeführt. Neben verschiedenen
Probenahmemethoden (Ekmann-Greifer, Stechrohr,
Dialyseverfahren) kam unter anderem auch die
fraktionierte Phosphorbestimmung nach PSENNER
bzw. HUPFER zum Einsatz.
SALMO
Das dynamische Gewässermodell
"SALMO" wurde zur Bewertung und
Prognose der Wassergüteentwicklung vorrangig von
Talsperren und Seen im Bereich Hydrobiologie der
Technischen Universität Dresden, Herrn Professor
Dr. J. Benndorf und seinen Mitarbeitern
entwickelt und bereits seit einigen Jahren
national und international erfolgreich
angewendet. In den vergangenen Jahren wurde das
Modell nochmals deutlich erweitert und
verbessert, so dass gegenwärtig die wichtigsten
biologischen, chemischen und physikalischen
Prozesse in stehenden und schwach durchflossenen
Gewässern berücksichtigt werden. Das komplexe
Verhalten wichtiger Ökosystemkomponenten
(Phytoplankton, Zooplankton, Nährstoffe u.a.)
eines derartigen Ökosystems kann mit diesem
Modell nachvollziehbar simuliert werden. Dabei
wurde besonderen Wert auf den kausalanalytischen
Charakter des Modells gelegt, der auf der genauen
Untersuchung der einzelnen Umsatzprozesse und
Wechselwirkungen beruht. Im Umkehrschluss lassen
sich so aus den Reaktionen des Gesamtsystems auch
Schussfolgerungen bezüglich Veränderungen in
Teilprozessen des Ökosystems ziehen.
Das Modell "SALMO" wurde im Rahmen
der Prognose (TS Leibis/Lichte) und Sanierung (TS
Bleiloch) sowie am Cospudener und Kulkwitzer See
zur Aufklärung seeinterner Wechselwirkungen und
der Wirkungsabschätzung von Sanierungsmaßnahmen
erfolgreich eingesetzt.
Naturschutz
Natur- und insbesondere Artenschutz sind
vielfach ohne genaue Kenntnis der ökologischen
Zusammenhänge unwirksam bis kontraproduktiv. Oft
sind die Zusammenhänge zwischen dem Schutzgut
und den bedrängenden Faktoren nicht so
geradlienig, wie es auf den ersten Blick scheint.
Hinsichtlich der aquatischen Biotope und der
darin lebenden Wasserorganismen können
Limnologen und ökologisch versierte
Hydrobiologen gemeinsam mit Fachleuten aus Natur-
und Landschaftsschutz wichtige Wechselwirkungen
aufklären und zu einem wirkungsvollen Schutz
gefährderter Arten beitragen.
Bei umfangreichen Projekten zur Ermittlung von
Rahmenbedingungen für eine naturschutzgerechte
Teichbewirtschaftung in verschiedenen
Teichgebieten Sachsens (im Auftrag des
Sächsischen Landesamtes für Umwelt und
Geologie) konnten wir unsere Kenntnisse und
Erfahrungen auf ökologischem und
fischereiwirtschaftlichem Gebiet einbringen. Bei
einem Projekt im Rahmen des Artenschutzprogramms
für die Wassernuss konnten ebenfalls wichtige
Erkenntnisse über die Wechselwirtkungen zwischen
dieser seltenen Wasserpflanze und verschiedenen
Umweltfaktoren gewonnen werden.
Regelmäßig arbeiten wir mit
naturschutzfachlichen Büros zusammen, wenn
Fragen zur Wasserqualität, zur
Gewässerbeschaffenheit oder zur Besiedlung
(Fischbestand, Benthos, Makrophyten) von
Gewässern beantwortet werden müssen.

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