| Das mikrobiologische Labor der
IDUS GmbH ist gemäß Bundesseuchengesetz zum
Umgang mit potentiellen Krankheitserregern der
Risikogruppe II zugelassen. Mit diesem Labor sind
wir in der Lage, verschiedenste mikrobiologische
Analysen und Versuche durchzuführen, die auf
klassischen Kulturmethoden und biochemischen
Nachweisverfahren beruhen. Die Schwerpunkte unserer aktuellen
Arbeit sind einerseits hygienische Untersuchungen
von Trinkwasser, Brunnenwasser, Grundwasser,
Abwasser oder Oberflächengewässern,
andererseits beschäftigen wir uns auch mit dem
Nachweis von Stoffwechselspezialisten (z.B.
Kohlenwasserstoff abbauende Mikroorganismen,
Schwefel- und Eisenbakterien oder Aktivisten des
Stickstoffhaushalts von Böden und Gewässern).
Mit Hilfe des mikrobiologischen
Labors werden zudem toxikologische Untersuchungen
mit Mikroorganismen an Abwässern oder Produkten
durchgeführt (z.B. Prüfung von Gewebeproben auf
antibakterielle bzw. fungizide Eigenschaften).

Übersicht über Analysen- und
Untersuchungsverfahren (siehe hierzu auch die
Seite "Analytik
- Übersicht"):

Legionellen
Legionellen sind weit
verbreitete Wasserbakterien und kommen in
geringer Menge als natürlicher Bestandteil der
aquatischen Flora vor. In Warmwassersystemen,
Klimaanlagen, Bädern u.a. kann es zu einer
starken Vermehrung der Legionellen kommen, unter
Bedingungen, bei denen andere Enterobacteriaceen
absterben. In diesen Bereichen ist ein
Direktnachweis nötig, da das Indikatorsystem
versagt. Legionellen können Pontiac-Fieber oder
eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Der
erste Ausbruch der Krankheit wurde 1976 in
Philadelphia auf einem Treffen von Legionären
beobachtet, daher der Name
"Legionärskrankheit". Die
Infektionsdosis ist unbekannt, jedoch spielt die
Disposition der Personen eine Rolle.
In unserem Labor erfolgt eine
Untersuchung der Legionellen nach dem
Bundesgesundheitsblatt 11/2000 und nach ISO
11731. Diese Methoden beinhalten ein
Membranfilterverfahren und Direkt-Spatelverfahren
auf GVPC-Agar. Eine serologische Typisierung kann
von einem Partnerlabor durchgeführt werden.
Salmonellen
Salmonellen gehören zur
Familie der Enterobacteriaceae und sind in der
Natur weit verbreitet. Sie kommen im menschlichen
und tierischen Darmtrakt vor und zeichnen sich
durch ein unterschiedliches Maß an Pathogenität
aus. Samonella typhimurium z.B. ruft eine
Nahrungsmittelvergiftung hervor. Das Auftreten
von Salmonellen in Oberflächen-, Grund- und
Abwasser sowie in Klärschlämmen und Kompost
kann seuchenhygienische Risiken beinhalten. Die
Bestimmung der Salmonellen kann nach
verschiedenen Methoden erfolgen: DIN 38414 Teil
13, Methodenbuch zur Analyse von Kompost Kapitel
V, Abschnitt 1.3, Methoden der biologischen
Wasseruntersuchung Teil 1 Abschnitt 4.7 oder
Richtlinie des Rates der EG über die Qualität
der Badegewässer 1975 Abschnitt 6. Grundlage
dieser Methoden ist eine Flüssiganreicherung mit
anschließender Anzucht und Isolierung auf
selektivem Nährboden. Falls benötigt, kann eine
serologische Typisierung von einem Partnerlabor
durchgeführt werden.

Pseudomonas
aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa
ist ein ubiquitärer Mikroorganismus, der an
feuchte Lebensräume angepasst ist und sowohl bei
niedrigen Temperaturen als auch mit geringen
Nährstoffansprüchen wächst. Aufgrund der
Anspruchslosigkeit kommen sie im Boden, im
Wasser, im Abwasser und in der Luft vor und sind
ein Indikator für eine ausreichende
Wasserqualität bzw. funktionsfähige
Wartung/Desinfektion. Pseudomonas aeruginosa
kann vor allem bei Immundefiziens
Wundinfektionen, Entzündungen oder eine Sepsis
verursachen. Der Nachweis der Pseudomonas
aeruginosa kann nach DIN EN 12780 K11 (2002)
oder DIN 38411 Teil 8 K 8 (1992) erfolgen.
Clostridien
/ Clostridium perfringens
Clostridium perfringens kommt
im Darm von Mensch und Tier sowie in Erde, Staub
und Wasser vor. Cl. perfringens ist der
wichtigste Erreger der Gasbrandes und ein
häufiger Erreger unspezifischer Infektionen.
Einige Stämme können Enterotoxine produzieren
und sind somit ein häufiger Erreger von
Lebensmittelvergiftungen. Abgesehen davon, daß Clostridium
perfringens als Krankheitserreger eine große
Bedeutung zukommt, wird Clostridium
perfringens aufgrund der Fähigkeit der
Endosporenbildung in der Trinkwasserverordnung
von 2001 als Indikatorparameter geführt. Die
Sporen überleben länger als beispielsweise
E.coli oder Enterokokken und können somit auf
eine länger zurückliegende oder periodisch
auftretende Verunreinigung hindeuten. Durch die
Sporenbildung sind sie gleichzeitig
widerstandsfähiger gegen Desinfektionen und
stellen zusätzlich eine Indikation für die
Wirksamkeit der Wasseraufbereitung dar.
Gleichzeitig können Clostridium perfringens
Sporen ein Indikator für die Anwesenheit von
Protozoencysten bzw. Parasitendauerformen sein.
Der Nachweis von Clostridium perfringens
erfolgt nach TrinkwV 2001. Clostridien können
jedoch auch nach DIN EN 26461 Teil 1und 2
untersucht werden.

Fäkalstreptokokken
/ Enterokokken
Fäkalstreptokokken/Enterokokken
sind normale Darmbewohner von Menschen und
warmblütigen Tieren und kommen demzufolge in
großen Mengen in deren Fäkalien vor. Sie
überleben in der Regel länger als E.coli im
Wasser und werden deshalb als Indikator in der
Wasseranalytik für eine länger zurückliegende
fäkale Verunreinigung benutzt. Einige im Wasser
gefundene Enterokokken können jedoch auch aus
anderen Habitaten stammen. Enterokokken treten
auch selbst als Krankheitserreger in Erscheinung
und verursachen z.B. Wundinfektionen oder
Endokarditis. Die Untersuchung von Enterokokken
erfolgt nach DIN EN ISO 7899-2(2000) und die
Untersuchung von Fäkalstreptokokken nach TrinkwV
(1990).
Escherichia
coli / coliforme Bakterien
E. coli ist ein normaler
Bewohner des menschlichen und tierischen
Dickdarms. Der Nachweis in der Außenwelt,
besonders in Wasser und Lebensmitteln, ist ein
wichtiger Indikator für fäkale
Verunreinigungen. E. coli tritt selbst als
Krankheitserreger bei Wundinfektionen in
Erscheinung und ist in klinischem Material der am
häufigsten nachgewiesene Erreger der
Enterobacteriaceae. E. coli ist in der Lage
Exotoxine zu bilden, welche zu
Durchfallerkrankungen führen. E. coli und andere
coliforme Keime können nachgewiesen werden nach
DIN EN ISO 7899-2 (2000), Colilert 18, DIN 38411
K6 (1991) und Fluorocult.

Luftkeime
Nach VDI 6022 sind an
Lüftungsanlagen entsprechend den
branchenspezifischen Anforderungen regelmäßige
Hygieninspektionen durchzuführen. Diese
beinhalten eine Sichtkontrolle des betreffenden
Bereiches und eine Überprüfung der
Gesamtkoloniezahl sowie der Konzentration an
Legionellen im Umlaufwasser von
Luftbefeuchteranlagen. Bei feststellbaren
Hygienemängeln sind die Ursachen zu ermitteln
und zu beseitigen. Für diese Ursachenermittlung
sind möglicherweise zusätzliche
mikrobiologische Untersuchungen durchzuführen.
Z.B. Koloniezahlbestimmungen in der Zuluft,
semiquantitative Oberflächenuntersuchungen oder
Differenzierungen nach Keimarten.
Schimmelpilze haben einen
festen Platz im biologischen Stoffkreislauf und
viele ihrer Stoffwechselleistungen werden
technologisch oder medizinisch genutzt, z.B.
Antibiotikaproduktion von Penicillium notatum und
P. chrysocgenum. Einige Schimmelpilze,
z.B. Aspergillus fumigatus, können jedoch
beim Menschen, durch Inhalation von Sporen oder
Pilzkomponenten Atemwegserkrankungen hervorrufen.
Verschiedene Aspergillus-Arten bilden Aflatoxine,
welche cancerogene Eigenschaften besitzen. Ferner
kann es zu Infektionen durch Inhalation von
fakultativ pathogenen Arten kommen. Eine
Möglichkeit der Risikoabschätzung einer
Belastung aus der Luft stellt die Luftkeimmessung
dar, allerdings existieren noch keine Grenzwerte
für Luftkeime bzw. deren produzierten Toxine.
Bei Luftkeimmessungen werden
Hefen und Bakterien mit erfaßt. Hefen bzw.
Sproßpilze, wird ebenfalls eine
humanmedizinische Bedeutung zugeschrieben.
Speziell einige Arten von Candida können
sogenannte Candidosen in allen Organen und
Systemen hervorrufen.

Stoffwechselspezialisten
Unter Stoffwechselspezialisten
werden Organismengruppen oder einzelne Arten von
Mikroorganismen verstanden, die in Umwelt oder
Biotechnologie spezifische Stoffwechselleistungen
vollbringen. Diese Stoffwechselleistungen sind es
in der Regel auch, die den Nachweis der Bakterien
möglich machen. Als wichtige Gruppen wurden
bisher untersucht: Nitrifikanten,
Denitrifikanten, Sulfurikanten, Desulfurikanten,
Eisenoxidierer, Eisenreduzierer oder auch
Kohlenwasserstoff verwertende Mikroorganismen.
Toxikologische
Untersuchungen
Einige toxikologische
Testverfahren mit Mikroorganismen erfordern ein
zugelassenes mikrobiologisches Laboratorium, da
die verwendeten Testbakterien als potentielle
Krankheitserreger eingestuft wurden.
Wir führen den
Pseudomonas-Zellvermehrungs-Hemmtest (DIN 38412
L8) sowie den
Pseudomonas-Sauerstoffverbrauchshemmtest (DIN
38412 L27) mit Pseudomonas putida durch.
In beiden Fällen werden die Bakterien, analog zu
anderen Testverfahren mit Wasserorganismen, mit
unterschiedlichen Konzentrationen der
Testsubstanz in Kontakt gebracht , um toxische
Effekte durch Rückgang von Stoffwechselleistung
oder Vermehrung messen zu können. Im Unterschied
zum weit verbreiteten Leuchtbakterientest sind
die Reaktionen in den anderen beiden
Testverfahren eindeutiger echten toxischen
Effekten zuzuordnen. Demgegenüber ist die
Abnahme der Leuchtintensität von Leuchtbakterien
nicht immer auf letztendlich toxische Effekte
zurück zu führen. Zudem bietet der
Zellvermehrungshemmtest durch die Kultur über
mehrere Generatinen die Möglichkeit, Effekte
festzustellen, die auf sämtliche
Stoffwechselprozesse im Organismus und
letztendlich auch auf die Vermehrung wirken.
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